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Bardentreffen erwartet Hunderttausende

Eliana Burki

NÜRNBERG – Am ersten August-Wochenende wird das 34. Nürnberger Bardentreffen wieder Tausende von Menschen in die Nürnberger Altstadt locken. Musikalischer Themenschwerpunkt 2009: Die Schweiz.

Unvergessener Dialog in Band 16 der Asterix-Reihe: "Obelix, wie war die Schweiz?" – "Flach." Was das 34. Nürnberger Bardentreffen angeht, so scheint dieses Urteil als inhaltliches Fazit schon von vorneherein auszuscheiden. Zwar ist die Schweiz Thema des Musikmarathons, das Programm liest sich jedoch mal wieder äußerst vielversprechend und will zeigen, wie gut Alphorn und E-Gitarre, Rap und Jodelgesang zusammengehen.

An sieben Spielorten locken 63 Konzerte

Am Wochenende vom 31. Juli bis 2. August werden 350 Musiker aus 23 Ländern an sieben Spielorten in der Nürnberger Altstadt 63 Konzerte geben. Zum großen "Umsonst & Draußen"-Spektakel erwarten die Veranstalter auch diesmal wieder rund 200.000 Besucher.

Stargäste aus der Schweiz sind unter anderem die Berner Dialekt-Rockband Patent Ochsner und der Liedermacher Linard Bardill, der als einer der letzten seiner Art in rätoromanischer Sprache singt. Max Lässer und sein Überlandorchester werden neue alpine Tanzmusik vorführen, die junge Eliana Burki will zeigen, wieviel Funk, Blues und Jazz in einem Alphorn steckt. Außerdem mit dabei: Ritschi, Sänger der erfolgreichen Schweizer Mundart-Popband Plüsch und die Schauspielerin und Jodlerin Christina Zurbrügg.

Nürnberger Musikzentrale bestückt eigene Bühne an der Lorenzkirche

Große Namen abseits des Länderschwerpunkts sind die englische New-Wave-Ikone Anne Clark, der junge kubanische Pianist Roberto Fonseca, "die Stimme Tibets" Yungchen Lhamo, der hoch gehandelte britische Blues-Rocker Steve Gibbons und De-Phazz-Stimme Pat Appleton, die sich erstmals als Solistin vorstellt.

Wie schon in den Vorjahren, so wird auch die Nürnberger Musikzentrale wieder eine eigene Bühne an der Lorenzkirche bestücken. Aus über 50 Bewerbungen wurden sechs junge Hoffnungsträger ausgewählt, die einen schicken Querschnitt bieten von dem, was derzeit in der mittelfränkischen Musikszene so alles passiert. An fränkischen Eigengewächsen sind außerdem der Kindermusiker Geraldino (beim Kinderprogramm auf der Insel Schütt) und der Nürnberger Barde Gymmick mit von der Partie.

Musik abseits der Bühnen

Die inoffizielle Musikmeile abseits der großen Bühnen wird auch dieses Mal wieder einen nicht unerheblichen Reiz des Treffens ausmachen. Um Ärger mit Anwohnern und Polizei zu vermeiden, ist genau festgelegt, wo auf den Straßen wie lange musiziert werden darf. Das Reglement ist auch auf den offiziellen Bardentreffen-Seiten im Internet einsehbar.

Mit einem Gesamtbudget von 325.000 Euro ist das Bardentreffen auch dieses Jahr am unteren Ende des finanziell Machbaren angesiedelt. Die Stadt Nürnberg selbst schießt nur 135.000 Euro zu, der komplette Rest wird selbst erwirtschaftet (Gastronomie, Sponsoren, Senderechte, Marketing). Neben der Sparda Bank, die versprochen hat, auch in den nächsten drei Jahren als Geldgeber zur Verfügung zu stehen, ist 2009 erstmals die aufgrund ihres undurchsichtigen Abrechnungssystems in der Kritik stehende Künstler-Verwertungsgesellschaft Gema als Sponsor mit an Bord.

Ohne Barrieren und Zugangsbeschränkungen

Ansonsten sehen die Veranstalter das Bardentreffen in jedem Jahr aufs Neue als ein Experiment. Angst, dass das familientaugliche Festival überlaufen und aus allen Nähten platzen könnte, hat keiner. "Es können gar nicht zu viele Menschen kommen", betont Nürnbergs Kulturreferentin Julia Lehner, die Wert darauf legt, dass das bundesweit einzigartige Freiluft-Spektakel auch in der 34. Auflage ohne Barrieren und Zugangsbeschränkungen auskommt – und das wie gehabt bei freiem Eintritt. "Alles weitere reguliert sich vor Ort von selbst. Wenn man an einem Spielort nichts sieht oder hört, dann zieht man automatisch weiter zur nächsten Bühne…"

Stefan Gnad

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