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Blues statt BAP

Das Konzert der Kölner Blues-Größe Richard Bargel mit dem Ex-BAP Gitarristen Klaus „Major“ Heuser am Sebalder Platz geriet zu einer hörens­werten Huldigung der amerikanischen Musiktradition im Geiste eines JJ Cale, Ry Cooder oder auch Johnny Cash. Vor dem kurzweiligen und humorvollen Auftritt, der auf ein sehr aufmerksames Publikum stieß, beantwortete Heuser der NZ spontan ein paar Fragen.

Klaus Heuser

Großstadt-Blues, Slow-Blues und Balladen unter einem Hut: Ex-BAP-Gitarrist Klaus Heuser bei seinem Konzert mit Richard Bargel und Band am Sebalder Platz. Foto: Harald Sippel

NZ: Als BAP-Gitarrist komponierten Sie Hits wie „Verdamp lang her“. Heute spielen Sie Blues. Wie das?

Klaus Heuser: Genau genommen habe ich immer schon Blues gespielt. Wenn du Gitarrist wirst, kommst du da gar nicht herum. Nimm Rory Gallagher oder die Rolling Stones: Jede gute Rockgitarre basiert auf Blues.

NZ: Empfinden Sie den Leistungs­druck als groß, womöglich noch immer an Ihrer Ära als „Rockstar“ bei BAP gemessen zu werden?

Heuser: Nein, überhaupt nicht. Ich genieße es eher, die Zeit zu haben, nur noch zu tun, was ich will. Endlich ist auch diese Erwartungshaltung der Musikindustrie weg: Wenn du von einem Album eine Million verkauft hast und vom nächsten „nur“ 800000 Stück absetzt, setzen die dich schnell unter Druck.

NZ: Inwiefern sind Sie heute ein ande­rer als vor, sagen wir, 15 Jahren?

Heuser: Ich bin natürlich älter gewor­den. Mein Sohn ist jetzt 19 und fährt gerade zum ersten Mal ohne mich und meine Frau in den Urlaub. Das ist pri­vat schon ein Einschnitt. Ja und ich genieße es natürlich, immer noch mein Hobby zum Beruf zu haben: Gitarre spielen. Mehr will ich gar nicht. Ich muss keine Biografie schrei­ben oder so. Da freue ich mich mehr, ein Konzert wie das hier zu spielen. Es ist übrigens ein vergleichsweise gro­ßer Auftritt für uns.

NZ: Haben Sie für heute einen „Rain Song“ vorbereitet?

Heuser: Wozu? Es wird nicht mehr regnen. Das hat’s doch vorhin schon.

Das Interview führte Christian Mückl von der Nürnberger Zeitung.

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