Traditionell präsentiert das Bardentreffen neben Musik aus dem Schwerpunktland auch bekannte und weniger bekannte Künstler aus der ganzen Welt. In diesem Jahr stechen vor allem die Namen Steve Gibbons und Anne Clark ins Auge. Der Rock-Altmeister und die Grande Dame des Sprechgesangs sind aber nicht die einzigen Musiker von der Insel, die sich bei dem Open Air die Ehre geben.
Beim Thema Barden ist Anne Clark nun wirklich die Letzte, die einem in den Sinn kommt. In den 80er Jahren gehörte die 49-Jährige zu den Pionierinnen der Dark Wave-Bewegung. Stampfende elektronische Beats, über denen ihr Sprechgesang schwebt, waren und sind ihr Markenzeichen. Doch die Dame ist experimentierfreudig und widmete sich auch schon akustischen Projekten, in denen sie Gedichte von Friedrich Rückert und Rainer Maria Rilke vertonte.
Album von 2008 bereits in Nürnberg vorgestellt
«The Smallest Acts Of Kindness» heißt ihr Album aus dem Jahr 2008, das sie vor acht Monaten bereits live in Nürnberg vorgestellt hat. Wer damals dabei war, weiß, dass ihn am Sonntag um 21.30 Uhr auf der mutmaßlich aus allen Nähten platzenden Insel Schütt eine spannende Nacht zwischen Balladenseligkeit und extremer Tanzlust erwarten wird.
Ebenfalls aus England kommt Tracey Curtis, die am Samstag um 14 Uhr in der Katharinenruine auftritt. Die eigenen Kinder haben ihr zu einer Solo-Karriere verholfen: Der Bau einer Umgehungsstraße bedrohte den Lieblingsspielplatz, und so forderte der Nachwuchs ein Protestlied ein. Und weil das Studio eh schon gemietet war, spielte die Engländerin gleich ein ganzes Album ein. Das war 2004. Momentan arbeitet sie an der dritten Scheibe.
Ein aufgehender Stern
Als aufgehender Stern am Himmel der schottischen Folkmusikszene wird Emily Smith bezeichnet. Die Gelegenheit, ihrer engelsgleichen Stimme zu lauschen, bietet sich gleich zwei Mal: Am Samstag um 14 Uhr auf dem Sebalder Platz und am Sonntag um die gleiche Zeit in der Katharinenruine.
Endlich kann man den britischen Rhythm-&-Blues-Gentleman Steve Gibbons einmal im größeren Rahmen erleben. Am Samstag tritt er mit seiner hervorragenden Rock-Band um 21 Uhr auf dem Sebalder Platz auf und präsentiert sein aktuelles Album «Chasing Tales».
Seine Seele nie an den Kommerz verkauft
Der Sänger, Gitarrist und Songschreiber aus Birmingham liefert immer noch die aufregendsten Konzerte, die man sich wünschen kann. Der Verehrer von Chuck Berry und Bob Dylan hat seine Seele nie an den Kommerz verkauft, sondern hat sich Leidenschaft und Coolness bewahrt. Als origineller Geschichtenerzähler baut er seine Songs in seine große Rock-’n’-Roll-Saga ein, die von großer Sehnsucht und enttäuschter Liebe, von schönen Frauen und einsamen Helden handelt. she/radl