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Ein Kessel Buntes aus Spanien

Musik aus Spanien stand im Mittel­punkt des diesjährigen Bardentref­fens. Das Sonnenland und besonders die Gegend in und um Barcelona scheinen ein guter Nährboden für die unterschiedlichsten Stile zu sein.

Vielleicht kann es den ein oder ande­ren trösten: Der Sommer in Barcelona ist auch nicht mehr das, was er ein­mal war. Von ungewöhnlich kühlen Temperaturen erzählten die katalani­schen Mitglieder der bunten Stelzen­und Trommlertruppe „La Banda del Surdo“, die das Publikum mit ihrer energetischen Show zu den Spielorten lockten. Am verregneten Samstag mussten sie ihr Programm kurzfristig ändern. Zu gefährlich-glatt war das Altstadt-Pflaster für die beiden Stel­zenläuferinnen. Ihren Spaß hatten die Zuschauer trotzdem.

La Pegatina

Wilder Musik-Mix und Körpereinsatz: „La Pegatina“ aus Barcelona nahm das schlechte Wetter sportlich. Foto: Eduard Weigert

Ganz anders gestrickt ist die Musik von „Las Migas“ aus Barcelona. Die vier Krümel, so die Übersetzung, haben sich dem Flamenco verschrie­ben und präsentierten ihn in ihrer eigenen, frischen Variante — reduziert perkussiv, mit wehmütiger Violine und fantastischem Gesang der viel gefragten Silvia Pérez Cruz. Ein Höhe­punkt gleich zu Festivalbeginn, der das Publikum in der Katharinenruine entzückt lauschen ließ.

Wem der eigenwillige, kunstvolle Sound aus Elektronik und traditionel­len galizischen Weisen von Mercedes Peón nicht gefallen hat, dem ist die Sängerin mit den kurzgeschorenen Haaren nicht böse. „Man mag es oder man mag es eben nicht“, ist ihre Devise. Sie polarisiert lieber, als multi­kompatible Musik zu machen. Die Zu­hörer begegneten ihr mit offenen Ohren und forderten zwei Zugaben. Später saß Mercedes Peón in ihrer klei­nen Garderobe, erschöpft schien sie, aber alles war gut — „Todo bien!“

Fans eingängigerer, poppigerer Mu­sik konnten sich danach bei dem Madrileño Jairo Zavala alias Depedro auf dem Hauptmarkt satthören. Wie so oft gingen an der Frauenkirche die weniger spröden Konzerte für die Zuhörer-Massen über die große Bühne. Die Spaßband „La Pegatina“ hatte dort ihren sportlichen Auftritt. Deren offensive, ziemlich konturen­lose Mitmach-Mischung ist dann doch ein bisschen beliebig. Schärferes Pro­fil hatten da schon „La Troba Kung- Fú“, ein lupenreines Beispiel aus Bar­celonas Mestizo-Szene. Passend zu ihrer elektrisierenden Show hätte man den Musikern um Sänger und Akkordeonist Joan Garriga sonnige­res Wetter gegönnt. Dann wären die Funken sicher noch besser überge­sprungen.

Centro Español

Mit traditionellem Flamenco überzeugten die Tänzerinnen des Centro Español. Foto: Eduard Weigert

Dass ein einziger Mann mit einer einzigen Gitarre kraftvollere Musik machen kann als fünf Gitarristen, ein Schlagzeuger und ein Sänger zusam­men, bewies Nano Stern auf dem Trö­delmarkt. Der energiegeladene Musi­ker, der aus der Ferne an Albrecht Dürer auf seinem Selbst-Porträt erin­nert, ist die starke Protest-Stimme gegen Chiles neue rechtspopulistische Regierung. Engagiert, authentisch und grundehrlich sind entsprechend seine inbrünstig vorgetragenen Lie­der. Da konnte der sympathische Ge­schichtenerzähler trotz des Dauerre­gens auf die volle Aufmerksamkeit des Publikums zählen, das das Regen­schirmdach kollektiv zum Wippen brachte.

Ganz anderes, nämlich völlig über­raschungsfrei und glatt auf Erfolg gebürstet sind die „Seven Kings“, die Samstagnacht den Hauptmarkt füll­ten. Wozu sie fünf Gitarren brauchen, bleibt schleierhaft. Dafür gaben die Söhne der „Gipsy Kings“ dem Affen Zucker und ließen zwischen „Bambo­leo“, „Volare“ „Cantaré“ und „Djobi, Djoba“ keinen Mitsing-Schlager aus.

Weniger abgenutzt war da der Sound, mit dem die drei Sängerinnen des „Al Andaluz Projekts“ Spanien als diesjährigen Schwerpunkt des Bar­dentreffens verabschiedeten.

Birgit Nüchterlein, Nürnberger Nachrichten

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Ein Kommentar to “Ein Kessel Buntes aus Spanien”

  1. Joaquin sagt:

    Spanische Musik ist ja auch in Deutschland gerne gehört. Zumindest jene die nicht beim Eurovision Song Contest läuft ;)

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