
Vom 31. Juli bis zum 2. August findet das 34. Bardentreffen an den bekannten sieben Spielorten statt. Diesmal heißt es "Hopp Schwiiz!".
Es gibt Nationen, deren Einwohnern bescheinigt man, den "Rhythmus im Blut" zu haben – Brasilianer gehören dazu. Die Musik der Spanier gilt gemeinhin als feurig, Italien verbindet man mit Schmachtfetzen à la Eros Ramazotti, Frankreich gilt als Land der Chansonniers.
Und nun also die Schweiz. Ja, beim Bardentreffen hat man offenbar ein Herz für als musikalisch uninteressant verschriene Länder. Im letzten Jahr haben die Finnen den Ton angegeben, und siehe da, es wurde ein Riesenerfolg, dicht gedrängt stand das Publikum vor den Bühnen der nordeuropäischen Musiker.
Die Schweizer können mehr als jodeln
Auch in diesem Jahr werden wohl wieder einige liebgewonnene Klischees über den Haufen geworfen, und die vermeintlich ach so trägen Schweizer werden den Franken sicher einheizen – und beweisen, dass sie mehr können als jodeln. Wobei: Auch das findet Platz im Programm. Christina Zurbrügg verbindet das Jodeln allerdings mit Gesang, Rap und elektronischen Klängen (Samstag, 18 Uhr, St. Katharina). Eliana Burki beweist am Sonntag um 20.30 Uhr auf dem Hauptmarkt, dass das Alphorn durchaus Rock-, Funk- und Jazz-tauglich sein kann. Und Sophie Hunger avanciert gerade vom Geheimtipp zum hochgelobten Medienliebling. Sie singt anspruchsvollen Jazz-Pop (Freitag, 21 Uhr, Hauptmarkt).
Doch es sind nicht nur Eidgenossen, die am ersten Augustwochenende die Bühnen bevölkern. Der irische Folkmusiker Daoiri Farrell ist ebenso dabei wie das schwedische A-cappella-Quartett Kraja und die niederländisch-äthiopische Weltmusikband Minyeshu & Chawata. Ein besonderes Schmankerl ist auch Anne Clark, die in den 1980er Jahren mit elektronischen Sounds bekannt wurde.
Klar, dass auch die Lokalmatadore beim Bardentreffen nicht zu kurz kommen: Auf der Bühne der Musikzentrale am Lorenzer Platz treten sechs Bands aus der Region auf, darunter die Nürnberger Rocker Masques, die neunköpfige HipHop-Funk-Combo Carlos Reisch und die Skaband Yambalaya aus Erlangen.
Insgesamt treten rund 350 Musiker aus über 23 Ländern auf und spielen 63 Konzerte. Spielstätten sind wieder der Hauptmarkt, Sebalder Platz, Insel Schütt, Lorenzer Platz, Katharinenruine, Kreuzigungshof und Trödelmarkt. Es werden 200 000 Besucher erwartet. Der Etat liegt bei 325 000 Euro, von denen die Stadt 135 000 Euro trägt. Die Spardabank ist erneut Hauptsponsor und hat sich auch für die kommenden drei Jahre verpflichtet. Neuer Sponsor ist die GEMA.
Auch die Straßenmusiker gehören zum Bardentreffen. Bis 22 Uhr darf jeder in der Innenstadt Musik machen, nur in einigen Straßen ist das freie Musizieren verboten.
Das Programmheft ist ab sofort für 3 Euro an allen Vorverkaufsstellen erhältlich oder gegen Einsendung eines Schecks über 5 Euro an: Stadt Nürnberg, Kultur Information, Königstraße 93, 90402 Nürnberg.
Stephanie Siebert