
Die Barden sind in der Stadt – und sie bringen einen Hauch von Spanien mit. Dieses Jahr ist Spanien das Gastland. ¡Viva España! Die NZ hat in Nürnberg lebende Spanier gefragt, wie sie sich auf die Klänge aus der Heimat vorbereiten.
„Ich bin natürlich begeistert!“ FröhÂlich fängt Manuel Garcia Gomez an zu schwärmen. „Die spanische Musik ist sehr vielfältig – schließlich ist spaÂnisch die meistgesprochene MutterÂsprache der Welt, ganz Südamerika ist spanisch angehaucht.“ Gomez, der seit 14 Jahren ein spanisches RestauÂrant betreibt, gibt auch gleich Tipps zur kulinarischen Vorbereitung.
„Wenn es warm wird, dann kann man natürlich Gazpacho essen, eine kalte Gemüsesuppe. Die gibt es auch im Glas serviert, dann kann man sie unterwegs trinken.“ Die Tapas, kleine Vorspeisen am Spieß oder im SchälÂchen, gehen immer gut mit einem Sherry. „Der gehört zu den Tapas“, so der Fachmann.
Und danach einen spanischen RotÂwein, Rioja. „Die Spanier sind gerne auf der Straße, alle die ich kenne, freuen sich total, dass Spanien dieses Jahr Gastland ist.“ Für Gomez gehöÂren spanische Tänze – am bekanntesÂten ist der Flamenco – zum diesjähriÂgen Bardentreffen dazu. „Der lässt niemanden kalt, entweder man liebt ihn oder man hasst ihn. Dort drücken sich große Gefühle aus.“
Sein Bruder Miguel Angel Garcia Gomez hat jahrelang die FlamencoÂgruppen im Centro Español betreut. Und beim Bardentreffen selbst mitmaÂchen? „Wir haben zwar nicht geplant, etwas zu machen – aber bei uns SpaÂniern kann es passieren, dass sich einer die Gitarre schnappt und wir dann spontan Musik machen.“ SpaÂnier sind immer gut für entspannte Stimmung, meint er.
Auch Antonio Fernandez vom CenÂtro Español ist schon voller VorÂfreude. „Unsere Flamenco-Gruppe tanzt am Samstagnachmittag auf dem Hauptmarkt, da geh ich natürlich hin!“, sagt der stellvertretende VorsitÂzende des Integrationsrats. Zwar haben die Spanierinnen die BeweÂgung im Blut, aber die Tanztruppen im Centro sind international. „Da tanÂzen auch Gruppen, in denen kein einziÂger aus Spanien kommt.“
Er kommt aus Granada, seine Frau aus dem spanischen Córdoba. Da werÂden sie sich Pajaro Jacc ansehen, die kommen aus seiner Heimat. „Wir freuen uns, dass Spanien dieses Jahr zu Gast ist. Es gibt die neue StädteÂpartnerschaft mit Córdoba und das Centro Español wird heuer 50 Jahre alt – es ist damit das älteste in EuÂropa.“ Als Verpflegung nimmt sich Fernandez, der seit 26 Jahren in GosÂtenhof einen spanischen LebensmittelÂhandel betreibt, Brot mit Serrano-Schinken mit.
Dazu noch etwas aus dem NordwesÂten: „Eine galizische Spezialität sind Empanadillas, mit Fisch oder Fleisch gefüllte Teigtaschen.“ Und wenn am Samstagabend die Seven Kings auf den Hauptmarkt kommen, dann dürfÂte die Bude wackeln. „Das sind die Söhne der Gipsy Kings, da ist StimÂmung garantiert! Die Spanier brauÂchen nicht viel, um in Stimmung zu kommen, es liegt uns im Blut!“
Sabine Göb, Nürnberger Zeitung – Foto: Hagen Gerullis