
Die reichhaltige Musikkultur Spaniens steht in diesem Jahr im Mittelpunkt des Bardentreffens, das von Freitag, 29. bis Sonntag, 31. Juli über sieben Bühnen in der Nürnberger Altstadt geht. Eine prima Gelegenheit zu entdeÂcken, was der Deutschen liebstes Urlaubsland neben Flamenco und Mestizo noch so an musikalischer VielÂfalt zu bieten hat. Wir stellen einige Highlights des Programms vor, die verÂschiedener nicht klingen könnten.
Das Al Andaluz Project nimmt seine Zuhörer mit auf eine Reise ins mittelalterliche Andalusien, das mehr als 500 Jahre lang von den Mauren beherrscht wurde. Die damalige Zeit war geprägt von religiöser Toleranz, Wohlstand und kulturellem AusÂtausch. Die drei Sängerinnen repräÂsentieren die kulturellen Strömungen der Epoche: Christlich (Mara Aranda, Spanien), arabisch (Iman al KanÂdoussi, Marokko) und jüdisch (Sigrid Hausen, Deutschland). Üppig ausgeÂstattet mit Instrumenten wie Oud, Saz, Quanum und Tabla entwickelt das Ensemble einen betörend-sinnliÂchen Klang, der Mittelalter-Fans genauso gefallen dürfte wie LiebhaÂbern mediterraner und orientalischer Musik (31. Juli, 21 Uhr, KatharinenÂruine).
Einen ganz anderen Weg schlägt die Galizierin Mercedes Peón ein. Die Frau mit dem kahlgeschorenen Kopf versteht sich nicht nur als engagierte Bewahrerin der galizischen Kultur, sondern hievt die traditionellen Klänge dank eines undogmatischen Ansatzes in die Gegenwart: Da treffen kehlige, mehrstimmige Gesänge auf Ska-Rhythmen, Dudelsack auf Funk-Grooves oder klappernde HandperkusÂsion auf kühle Samples. Das klingt manchmal schroff, oft tanzbar, aber nie gewöhnlich (29. Juli, 19 Uhr, Katharinenruine).
Weniger experimentell, dafür hoch melodisch ist die Musik von Depedro, das Pseudonym des Sängers, GitarrisÂten und Songschreibers Jairo Zavala aus Madrid. Der Mann mit den stattliÂchen Koteletten und der rauen Stimme dürfte einigen durch seine Kooperation mit der US-Band CaleÂxico bekannt sein, die nicht unwesentÂlich den Sound des ersten Depedro-AlÂbums geprägt hatte. Der Nachfolger „Nubes de Papel“ klingt etwas poppiÂger, bleibt aber im Grunde bei den bewährten Zutaten: Wunderschöne, weitläufige Melodiebögen, folkrockiÂge Arrangements und ein Hauch Melancholie (29. Juli, 21 Uhr, Insel Schütt).
Meist treten Frauen im Flamenco nur als Tänzerinnen auf. Dass sie auch den Ton angeben können, beÂweist das großartige Quartett Las Migas. Die Musikerinnen, die alle vier in Barcelona leben, aber aus ganz unterschiedlichen musikalischen StiÂlen kommen, holen sich ihre InspiraÂtion aus dem traditionellen Flamenco, allerdings nur um dessen Vokabular zu erweitern — zum Beispiel mit der Stimme einer Violine (29. Juni, 21 Uhr, Katharinenruine).
Die spanisch-französischen Seven Kings seien all denjenigen empfohlen, die sich schon für deren Väter, die Gipsy Kings, begeistern konnten. Die sieben Söhne fühlen sich ebenfalls dem Sound von „Bamboleo“ und „Volare“ verpflichtet. Die Brücke zwiÂschen den beiden Generationen ist der Gitarrist Pablo Reyes, das älteste MitÂglied der Gipsy Kings (30. Juli, 21.30 Uhr, Hauptmarkt).
Wie es sich anhört, wenn Rumba, Cumbia, Ska, Disco, Merengue und gute Laune aufeinandertreffen, maÂchen La Pegatina vor. Versprochen wird ein frischer Mix mit hohem Unterhaltungswert (30. Juli, 19.30 Uhr, Hauptmarkt).
Und allen Tanzwütigen sei noch eine Band ans Herz gelegt, die zwar nicht aus Spanien kommt, aber zuminÂdest auf Spanisch singt: Die AfrocuÂban Allstars vereinen in ihren Reihen mehrere Generationen der besten kubanischen Musiker und präsentieÂren die klassischen kubanischen MuÂsikstile wie Son, Bolero, Mambo, DanÂzón oder Gujira in farbenprächtigen Bigband-Arrangements (31. Juli, 20.30 Uhr, Hauptmarkt).
Zur Einstimmung auf das wohl schönste, sicher aber bunteste Open-Air-Spektakel in der Stadt, sorgt am Freitag bereits ab 17.45 Uhr (ein Termin, der nicht im normalen Programm erscheint) La Banda del Surdo in der Karolinenstraße mit Trommlern und Stelzenläufern für eine mitreißende Show.
pg/bin, Nürnberger Nachrichten – Foto: PR
ja, prima…………ich bin dabei….ich fall sowieso immer auf, wenn die rhythmen klingen…hält mich nichts mehr fest…..juhuuuuuuuuu….das nennt man lebendikeit….grins
…………und das schon zur ehre der musiker :-)
Danke für diesen appetitanregenden Vorgeschmack. Und das Foto mit der Band Las Migas ist übrigens wunderschön.